Über zvidb

Zeit verloren in der Bahn

zvidb steht für „Zeit verloren in der Bahn“ - und ist genau das: ein Zähler für die Lebenszeit, die uns Verspätungen der Deutschen Bahn Tag für Tag abknöpfen. Du gibst deinen verspäteten Zug an, wir gleichen die Verspätung mit den offiziellen Fahrplandaten ab - und du siehst, wie viele Minuten alle Fahrgäste in genau diesem Zug gerade gemeinsam verlieren. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Statistisch erfasstes Leid ist immerhin ein Anfang.

Wie es dazu kam

Ich pendle zwei- bis dreimal die Woche mit der Bahn zur Arbeit. An kleinere Verspätungen gewöhnt man sich erstaunlich schnell - man ärgert sich irgendwann nicht einmal mehr richtig, bringt ja auch niemandem was. Man wird einfach sehr gut darin, Bahnsteige auswendig zu lernen.

Dann kam die eine Woche: an zwei aufeinanderfolgenden Tagen fast vier Stunden zusätzlicher Zeitverlust. Auf der Rückfahrt die Durchsage, Kinder hätten auf dem Gleis gespielt, weshalb nun die Bundespolizei erst einmal die komplette Strecke abfahren müsse. Im Zug: ein kollektives, frustriertes Auflachen - gefühlt jeder zweite Fahrgast. In dem Moment habe ich mich gefragt: Wie viel Lebenszeit verschwendet eigentlich allein diese eine Bahnfahrt, über alle Menschen in diesem Zug gerechnet?

Die Antwort wollte mir niemand durchsagen. Also habe ich angefangen, sie selbst zu zählen. Daraus ist zvidb entstanden.

Worum es geht

Das Ziel ist simpel: sichtbar machen, wie viel Zeit wir - jede*r einzelne, aber vor allem alle zusammen - durch Zugverspätungen verlieren. Eine einzelne Verspätung ist ein Ärgernis. Hunderte Fahrgäste mal 40 Minuten sind ein Datenpunkt, den man nicht mehr wegmoderieren kann. Auf dem Leaderboard siehst du live, welche Züge gerade am meisten Lebenszeit kosten.

Und damit das klar ist: Ich bin überzeugt, dass öffentliche Verkehrsmittel eine gute Sache sind. Bahn fahren ist die richtige Idee - sie sollte nur nicht mit diesen Nebenwirkungen daherkommen. zvidb ist kein Bahn-Bashing, sondern der Versuch, einen Missstand messbar zu machen, an den wir uns viel zu sehr gewöhnt haben.

Verlorene Zeit zurückholen: Erstattung

Die verlorene Zeit gibt dir niemand zurück - einen Teil des Fahrpreises aber schon. Ab 60 Minuten Verspätung am Ziel hast du nach den Fahrgastrechten Anspruch auf Entschädigung, auch mit dem Deutschlandticket. zvidb zeigt dir direkt beim Erfassen an, ob deine Fahrt voraussichtlich erstattungsfähig ist, sammelt deine Fälle über den Monat und bereitet den Antrag für dich vor. Wie das genau funktioniert, steht auf unserer Seite zur Erstattung bei Bahn-Verspätung.

Mach mit

Jede erfasste Verspätung macht das Bild vollständiger. Dein Zug steht gerade? Willkommen im Club - trag ihn ein und schau, wie viele Leidensgenossen du hast. Kein Konto nötig, keine Hürden. Nur du, dein Zug und die Minuten, die ihr beide gerade nicht zurückbekommt.

Datenquelle

Fahrplandaten: Deutsche Bahn AG / DB InfraGO (Timetables-API via DB API Marketplace), lizenziert unter CC BY 4.0. zvidb ist ein unabhängiges Projekt und steht in keiner Verbindung zur Deutsche Bahn AG.